Schule und Kunst

Kinder treffen Künstler

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Aktuelles

Kulturrat

Newsletter Mai 2016

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Politiker aller Parteien lieben die Künstler. Nicht alle, besonders nicht die Unbekannten. Sie lieben bekannte Schauspieler, Musiker und Schriftsteller. Gerne werden diese Künstler eingeladen und ihre Meinung zu diesem und jenem politischen Problem erbeten. Künstler lieben Politiker, denn sie lassen sich gerne einladen, sie freuen sich, wenn ihre Einschätzungen auch außerhalb ihrer Profession gefragt sind. Außerdem macht es Spaß, wechselseitig in eine eher unbekannte Welt einzutauchen.

 

Problematisch wird es dort, wo diese Treffen als ernsthafte politische Schritte missverstanden werden. Viele Politiker haben mir schon erklärt: »Ich mache viel für die Kultur, ich treffe mich regelmäßig mit Künstlern.« Doch geht es bei diesen Treffen wirklich ernsthaft um die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Künstler, um ein zukunftsfähiges Urheberrecht oder um einen gerechten Welthandel?

 

Im Jahr 1970, auf dem ersten Kongress des Verbandes deutscher Schriftsteller, sprach Heinrich Böll, in Anwesenheit von Willy Brandt, über die »Einigkeit der Einzelgänger«. Ein kühner Traum, der, hätte er funktioniert, Künstlerorganisationen zu einer starken politischen Kraft gemacht hätte.

 

Doch gerade die Verbände der Künstler kämpfen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, um ihre Zukunftsfähigkeit. Geblieben sind oftmals die Einzelgänger, ohne Einheit. Auch deshalb sind Künstler bei Politikern beliebt.

 

Im Mittelalter kannte man die Hofnarren, die als Spaßmacher für Unterhaltung und Belustigung der Mächtigen da waren. Mancher von ihnen konnte »ihren« Herrschern auch unangenehme Wahrheiten humorvoll näherbringen, die meisten aber waren wohl doch mehr Narren als Berater.

 

Künstlerinnen und Künstler haben wie alle Menschen eine Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen. Die bekannteren unter ihnen können neben dieser Verantwortung noch ihre Popularität in die Waagschale werfen. Sie sollten aber sicherstellen, dass sie von der Politik nicht als Alibi missbraucht werden. Gerade weil bekannte Künstler gerne von Politikern eingeladen werden, sollten sie zu diesen Treffen klare Forderungen mitnehmen und nach den Treffen darauf achten, ob ihre Anregungen auf fruchtbaren Boden gefallen sind.

 

Vom Hofnarr des Mittelalters ist in unseren Tagen glücklicherweise nicht viel geblieben. Nur die Formulierung »vernarrt sein« für »total verliebt sein« gibt es noch. Totale Liebe ist im privaten Bereich super, in der Politik ist sie tödlich, weil man dann doch nur zum Hofnarr wird.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Olaf Zimmermann

Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

 

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Inhalt dieses Newsletters

 

  1. Anhörung: Gelingende Integration von Flüchtlingen. Ein Integrationsplan für NRW
  2. Veranstaltung: Wer bildet wen? Kulturelle Bildung im Kontext von Migration und Integration
  3. Veranstaltung: Werte – Tugenden – Religion: Was hält die Gesellschaft zusammen? Beiträge der Kultur zur Integrationsdebatte
  4. Vortrag: Was bedeutet TTIP für unser Demokratieverständnis oder warum die TTIP-Debatte ein Glücksfall für die Demokratie sein kann
  5. Einschätzung: Programm-Debatte der AfD
  6. Neuerscheinung: Martin Luther Superstar - 500 Jahre Reformation
  7. P&K Mai/Juni 2016: Das Anthropozän, Künstlersozialversicherung, Kulturgutschutz, Integration, Freihandelsabkommen, Computerspielpreis

 

 

1. Anhörung: Gelingende Integration von Flüchtlingen. Ein Integrationsplan für NRW

 

Anhörung im Ausschusses für Kultur und Medien des Landtages NRW am 03. Mai 2016 (14.00 Uhr) "Gelingende Integration von Flüchtlingen. Ein Integrationsplan für NRW". Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, hat als geladener Sachverständiger vorab zu einigen Aspekten schriftlich Stellung genommen. Lesen Sie hier seine Stellungnahme.

 

 

2. Veranstaltung: Wer bildet wen? Kulturelle Bildung im Kontext von Migration und Integration

 

Einladung zum 8. Dialogforum des Deutschen Kulturrates am 19. Mai 2016 um 19 Uhr im Podewil Berlin.

 

Der Deutsche Kulturrat veranstaltet das Dialogforum Kultur bildet. zum Thema „Wer bildet wen? Kulturelle Bildung im Kontext von Migration und Integration“ in Kooperation mit der Kulturprojekte Berlin GmbH, mit Unterstützung des BMBF. Medienpartner des Dialogforums sind Deutschlandradio Kultur und WDR3.

 

Podiumsdiskussion

  • Breschkai Ferhad
    Leiterin der Koordinationsstelle der Neuen Deutschen Organisationen bei den Neuen deutschen Medienmachern
  • Prof. Dr. Naika Foroutan (angefragt)
    Stellvertretende Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung
  • Reiner Hoffmann
    Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes
  • Olaf Zimmermann
    Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

Moderation: Dr. Hans Dieter Heimendahl, Deutschlandradio Kultur

 

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir Sie herzlich zu einem kleinen Empfang mit Wein & Brezeln ein.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung entnehmen Sie bitte der elektronischen Einladungskarte.

 

Wir bitten um Rückmeldung bis zum 12. Mai 2016 per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

3. Veranstaltung: Werte – Tugenden – Religion: Was hält die Gesellschaft zusammen? Beiträge der Kultur zur Integrationsdebatte

 

Diskussion am Montag, dem 23.05.2016 um 19:00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele

 

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturrates und Der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Kooperation mit den Berliner Festspielen im Rahmen der Woche „Kultur öffnet Welten“. Medienpartner: rbb

 

Geht es bei der Integration vor allem um den Wohnsitz, Deutschkurse und Qualifikation für den Arbeitsmarkt oder heißt Integration nicht auch, für Werte einzutreten und Werte zu vermitteln? Welche Rolle spielen Werte, Tugenden und Religion für den Zusammenhalt der Gesellschaft? Welche Wechselwirkung besteht zwischen Werten, Tugend, Religion und der Kultur? Ist die Kultur in einem säkularen Land nicht von Religion unabhängig? Welche Werte sollen vermittelt werden? Und wird sich unsere Werteordnung in einer multiethnischen und multireligiösen Gesellschaft ändern?

 

Diese und weitere Fragen sollen am 23.05.2016 ab 19:00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele diskutiert werden. Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Anmeldung erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Es diskutieren:

  • Dr. Petra Bahr,
    Leiterin der Hauptabteilung Politik und Beratung der Konrad Adenauer Stiftung
  • Prof. Monika Grütters MdB,
    Staatsministerin für Kultur und Medien
  • Prof. Christian Höppner,
    Präsident des Deutschen Kulturrates
  • Aiman Mazyek,
    Vorsitzender des Zentralrates der Muslime
  • Dr. Thomas Oberender,
    Intendant der Berliner Festspiele

Moderation: Harald Asel, rbb

4. Vortrag: Was bedeutet TTIP für unser Demokratieverständnis oder warum die TTIP-Debatte ein Glücksfall für die Demokratie sein kann

 

Die Rede von Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, auf den 10. Deutsch-Französische Kulturgesprächen in Freiburg am 30. April 2016 "Was bedeutet TTIP für unser Demokratieverständnis" kann hier nachgelesen werden.

 

 

 

5. Einschätzung: Programm-Debatte der AfD

 

Lesen Sie hier das Gespräch zwischen Stefan Maas (Deutschlandradio Kultur) und Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat): Vor dem Programm-Parteitag der AfD Religion, Familie, Europa - alles Kulturfragen.

6. Neuerscheinung: Martin Luther Superstar - 500 Jahre Reformation

 

In sechs Monaten, am 31. Oktober, beginnen die Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation mit einem Staatsakt und einem Festgottesdienst in Berlin. Genau ein Jahr später enden die Feierlichkeiten mit einem Staatsakt und einem Festgottesdienst in Wittenberg. Jetzt muss die Frage gestellt werden: Reformationsjubiläum – was soll das? Der Deutsche Kulturrat legt zur Anregung der Diskussion das Dossier "Martin Luther Superstar - 500 Jahre Reformation" vor.

 

Das 56-seitige Dossier ist für 4,20 Euro erhältlich über jede Buchhandlung (ISBN 978-3-934868-40-3) oder versandkostenfrei unter http://www.kulturrat.de/shop.php.

 

Als E-Paper kann das Dossier unter http://www.kulturrat.de/dossiers/luther-superstar.pdf kostenlos geladen werden.

 

 

7. P&K Mai/Juni 2016: Das Anthropozän, Künstlersozialversicherung, Kulturgutschutz, Integration, Freihandelsabkommen, Computerspielpreis

 

Die neue Ausgabe von Politik & Kultur ist erschienen. Sie ist in Bahnhofsbuchhandlungen, an großen Kiosken, auf Flughäfen und im Abonnement erhältlich. Einzelpreis: 3,00 Euro, im Abonnement: 18,00 Euro (inkl. Porto)

 

Als E-Paper kann sie unter http://www.kulturrat.de/puk/puk03-16.pdf (11 MB) kostenlos geladen werden.

Impressum:

Deutscher Kulturrat e.V.

Mohrenstr. 63

10117 Berlin

Web: http://www.kulturrat.de
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Tel: 030-226 05 28-0
Fax: 030-226 05 28-11

Verantwortlich:
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

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BKKJ

 

Illusion Partizipation – Zukunft Partizipation

(Wie) macht Kulturelle Bildung unsere Gesellschaft jugendgerecht(er)?
am 13. und 14. November 2015 in Berlin
Merken Sie sich diesen Termin jetzt schon vor!
Warum Partizipation? Warum jetzt? Partizipation gehört doch seit jeher zur ‚Grundausstattung‘ der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung! Und ist es nicht ein erfreulicher Trend, dass derzeit so viele neue Formen der ePartizipation, aufwändige Beteiligungsprojekte, Jugendjurys oder Bürgerbühnen entstehen?

Es ist an der Zeit, das ‚Mantra Partizipation‘ einer kritischen Revision zu unterziehen und eine bundesweite Debatte zu unbequemen Fragen anzustoßen:

Lösen die aktuell praktizierten Formen der Beteiligung das Recht junger Menschen auf kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe ein? Wann laufen Beteiligungsformate Gefahr, Teilhabe und Mitbestimmung nur zu versprechen – während die Entscheidungen anderswo getroffen werden?

Solange Partizipation dafür vereinnahmt werden kann, ungleiche soziale und kulturelle Teilhabechancen zu legitimieren, ist das Konzept reparaturbedürftig.
Wie trägt kulturelle Praxis konkret zu mehr Partizipation junger Menschen in Politik und Gesellschaft bei? Wie gelingt eine partizipative kulturelle Bildungspraxis, die Verschiedenheit als Normalität begreift? Wie verhalten sich Machtstrukturen und Partizipation zueinander? Und was tun wir gegen Partizipation als Beteiligungsbluff?

Wir laden Sie herzlich ein, in Vorträgen, Debatten, Workshops, künstlerischen Interventionen und einem BarCamp Partizipation als Grundlage von Teilhabe, Mit- und Selbstbestimmung kritisch zu beleuchten. Mit dabei sein werden u. a. Heiner Keupp, Carmen Marks, Gerd Taube, Thomas Krüger, Vanessa-Isabell Reinwand-Weiss, Ivo Züchner, Jugendlichen Musikmentor/innen, Rainer Treptow, Angela Tillmann, Max Fuchs, Artistinnen und Artisten des Zentrums für Bewegte Kunst, Birgit Mandel, Ilona Wuschig, Wolfgang Sting, Hanne Seitz, Dietrich Engels, Barbara Meyer, Susanne Keuchel u.v.m.

Die Fachtagung ist eine Kooperation der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und findet in Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Berlin statt.

Das Tagungsprogramm und die Tagungswebseite mit Anmeldeformular werden Anfang Juli veröffentlicht.

Bitte leiten Sie diese Nachricht gerne an Interessierte weiter.

Wir freuen uns, Sie in Berlin zu sehen!

Viele Grüße!

Julia Schreier
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

 

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.
Geschäftstelle Remscheid
Küppelstein 34
42857 Remscheid
Fon +49 (0) 21 91.79 43 93
Fax +49 (0) 21 91.79 43 89

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